Dienstag, 20. April 2010

Die von uns angewandte Sprache, und ihre Begriffe, trägt viel unbewusstes Wissen in sich

In der von uns verwendeten Sprache, und in ihren Begriffen, 'lebt' viel unbewusstes Wissen!

Und das ist - bis zu einem gewissen Grad - auch gut so!

Denn wenn man sich im 'alltäglichen' Sprachgebrauch erst jeden einzelnen Bedeutungsinhalt eines Begriffs, den man verwenden möchte, bewusst machen müsste, würde dies die Anwendung von Sprache spürbar erschweren und verlangsamen.

Kommentare:

Imme hat gesagt…

Ich würde sogar soweit gehen, dass das Verhältnis zwischen Bewusstem und Unbewussten in der Sprache ähnlich ist, wie in jedem einzelnen Menschen selbst. Und damit würde ich sagen, dass das Unbewusste bei weitem überwiegt.

Denn die Mächtigkeit der menschlichen Sprache liegt darin, was sie NICHT sagt. Das Wort "Baum" enthält nur 4 Bytes Information, aber zwischen zwei Menschen gebraucht, die beide eine Vorstellung von einem Baum haben, enthält das Wort "Baum" scheinbar viel mehr, weil es mit den entsprechenden Vorstellungen assoziiert ist.

Würde man alle unbewussten bzw. impliziten Informationen eines einfachen Satzes bewusst bzw. explizit machen wollen, müsste man wohl eine ganze Bibliothek schreiben.

Fibonaccie hat gesagt…

@Imme: Eine ganze Bibliothek schreiben? Der Reflexionsvorgang müsste sich erst selbst einholen. Was sind die Voraussetzungen eines einfachen Satzes oder was sind die Bedingungen der Möglichkeit eines wahren sinnvollen Satzes. Das empfiehlt sich dann zunächst Kants "Kritik der reinen Vernunft", dann Hegels "Wissenschaft der Logik" und seine Phänomenologie und wenn wir es wirklich explizit machen wollen und die analytischen Philosophen mit im Boot haben wollen, dann nehmen noch unseren guten Brandom mit "making it explicit".

@mulmi: Ob das gut ist, weiß ich nicht, sollten wir nicht zum absoluten Geist wollen? Egal wie der Typ aussieht?

Freidenker hat gesagt…

Die Philosophie und der Blog gefallen mir.

Schöne Grüsse aus München

Rainer Ostendorf
www.freidenker-galerie.de

"Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen (bloggen)." Arthur Schopenhauer