Samstag, 27. September 2008

Das Gemeinsame ALLER Philosophien, ist weder die Liebe zur Weisheit noch ist es die Suche nach Wahrheit und nach Wirklichkeit

Der folgende Beweis, ist in philosophisch-rationaler Beweis:

Mein Ziel ist es, zu einer möglichst allgemein-umfassenden Definition des Phänomens Philosophie zu gelangen.

Meine Frage lautet daher: Was ist es, das, AUSNAHMSLOS, ALLEN Philosophien gemeinsam ist?

Die meisten werden wohl dahingehend auf diese Frage antworten, dass allen Philosophien die Suche nach (der) Wahrheit gemeinsam ist, und, dass alle Philosophien versuchen zu ergründen und darzustellen, was (die) Wirklichkeit ist.

Die Philosophien eines Heraklits oder eines Parmenides haben, zweifelsohne, in ihrer Unterschiedlichkeit, die Suche nach Wahrheit und nach Wirklichkeit gemeinsam!
DOCH: Die Definition, dass Philosophien nach Wahrheit und nach Wirklichkeit suchen, trifft, lediglich, auf eine ganz bestimmte Art von Philosophie(n) zu:

So ist es zB NICHT, primär, die Philosophie des deutschen, österreichischen oder schweizerischen Rechtssystems nach Wahrheit und nach Wirklichkeit zu suchen!
DENN: Die primäre Aufgabe eines (jeden) Rechtssystems, besteht zuallererst darin, dem sozialen Leben, mittels Regeln, (eine) Ordnung zu verleihen - und nicht in der Suche nach Wahrheit und nach Wirklichkeit.

Und die Philosophie eines, vor allem, profitorientierten Unternehmens, wird wohl in den meisten Fällen, EHER, auf das Maximieren des monetären Gewinns ausgerichtet sein, als auf die Suche nach Wahrheit und nach Wirklichkeit!

Die Philosophien von Rechtssystemen, und, die meisten Unternehmens-Philosophien, widerlegen somit die These, dass die Suche nach Wahrheit und nach Wirklichkeit das Gemeinsame ALLER Philosophien ist!

Wenn aber die Suche nach Wahrheit und nach Wirklichkeit NICHT das Gemeinsame ALLER Philosophien ist: Was ist es dann?

Ist es, vielleicht, die vielbeschworene Liebe zur Weisheit?

Wenn man sich in Erinnerung ruft, wie viele extremistische Gruppierungen den Terror, und damit Gewalt, gegen unschuldige Menschen, zu ihrer Philosophie erheben, wird rasch deutlich, dass es keineswegs zutreffend ist, dass tatsächlich ALLE Philosophien weise bzw ein Ausdruck von Weisheit sind.

Und eine, rein auf die Erlangung von Wissen ausgerichtete Philosophie hat mit Weisheit, ebenfalls nicht allzuviel am Hut!
DENN: Wissen alleine, ist noch keine Weisheit!

Und: Da viele Philosophien weder ein Ausdruck von Weisheit sind noch das Bestreben in sich tragen zu Weisheit zu führen, bleibt festzuhalten, dass auch die Liebe nach Weisheit, ganz gewiss nicht, das Gemeinsame ALLER Philosophien ist bzw sein kann!

DOCH: Wenn auch die Liebe zur Weisheit NICHT das Gemeinsame ist: Was bleibt dann noch, an Gemeinsamkeit(en) übrig?

Kommentare:

Zabsi hat gesagt…

Hallo!
Muss sagen, dass der Begriff Philosophie im ersten Abschnitt in einem zu weitläufigen Sinn verwendet wird und dadurch die Infaltion des Begriffs weitergetrieben wird. Nicht jede unternehmerische Ausrichtung sollte als Philosophie bezeichnet werden.
Und warumm ist es überhaupt notwendig den "wahren" Philosophien ein gemeinsames Motiv zu unterstellen. Ist nicht vielmehr die Differenzierung aber gleichzeitige spezialisierung der Philosophie ihr Vorteil?
MfG!
Zabsi

Mulmi hat gesagt…

Hallo zabsi

In meinem Beitragstext habe ich - auch wenn es vielleicht so scheinen mag - keine eigene, selbsterfundene Definition von Philosophie präsentiert.

Dass Philosophie die/ eine Suche nach Wahrheit und nach Wirklichkeit und/ oder die/ eine Liebe zur Weisheit ist sind Definitionen, vom Sein der Philosophie, mit denen man immer wieder konfrontiert wird.
Und: In meinem Beitragstext, habe ich diese beiden Definitionen lediglich analysiert und habe durch das Aufzeigen einiger weniger Beispiele darauf aufmerksam gemacht, dass es - entgegen vielfachen Glaubens - keineswegs zutreffend ist, dass JEDE Philosophie die/ eine Suche nach Wahrheit und nach Wirklichkeit und/ oder ein Ausdruck von Weisheit ist.

In deiner Antwort findet sich - meiner Meinung nach - ein gewisser Widerspruch.
DENN: Einerseits meinst du, dass nicht JEDE unternehmerische Ausrichtung eine Philosophie ist - und legst somit eine Art Schablone an, was allgemein als Philosophie einzustufen ist, und was nicht - und andererseits scheint es dir zu widerstreben, dass es etwas geben könnte, dass allgemein ALLEN Philosophien gemeinsam ist.

Philosophie, ist aber sicherlich nichts völlig Beliebiges!
... und für dich scheint sie ebenfalls nichts völlig Beliebiges zu sein...

Warum also stört es dich, dass es ein allgemeines 'Grund-Motiv' geben könnte, das ALLEN Philosophien gemeinsam ist?

LG Mulmi